Im Januar habe ich einen Artikel von Jan Diesteldorff vorgestellt, in dem zeigt, dass Europa sich nicht gegen Trump wehren kann. Alexander Hagelüken ist in der ZEIT optimistischer: Europa darf es wagen, Trump die Stirn zu bieten
Strategie der Schwäche ist gescheitert
Im Sommer 2025 hatten die Europäer mit einem Kniefall vor Donald Trump einen Deal ausgehandelt, der zwar höhere Zölle, aber Sicherheit bringen sollte, diese Strategie der Schwäche gescheitert ist.
Immer wieder drohte Trump mit höheren Zöllen, durch seinen kopflosen Angriff auf den Iran steigen die Energiepreise und damit die Gefahren für die Industrie weiter. Der Autor fordert deshalb: Europa kann es sich nicht leisten, eine weitere Attacke auf seine Firmen hinzunehmen
Trump kann auf den europäischen Markt nicht verzichten
Trump ist durch den Iran-Krieg geschwächt – einen Konflikt mit der EU – einem Markt mit 450 Millionen Verbrauchern – kann er sich nicht leisten. Die Europäer müssen diese Macht einsetzen. Sie stehen nicht alleine da: Viele Länder sind interessiert, die Zölle loszuwerden: Bilden die Europäer mit ihnen eine Allianz der Freihändler, ist Trump mit einer Übermacht konfrontiert.
Die Europäer dürfen sich nicht selbst belügen
Die Handelsabkommen mit Indien und Australien sind ein erster Schritt, der Handel mit diesen Ländern könnte aber den Handel mit USA und China nicht kompensieren. Gegenüber diesen Staaten fielen die Europäer zurück – sie haben zu wenig in digitale Geschäftsmodelle investiert. Es fehlt ihnen vor allem daran, die Ideen zu Marktreife zu bringen und zu finanzieren. Die Europäer brauchen einen EU-weitem Kapitalmarkt, eine Vertiefung des Binnenmarkts und müssen unabhängiger von Öl und Gas werden.
Die EU kann sich ökonomisch neu erfinden
Die EU ist dazu in der Lage, auch wenn mancher mühseliger Gipfel eher zweifeln lässt. In der Geschichte hat sich Europa immer wieder bewiesen: vom Binnenmarkt über den Euro bis zu den Sanktionen gegen Russland - Europa kann sich ökonomisch neu erfinden. Nur eines darf der Kontinent nicht tun: Weiter als Donald Trumps Watschenmann Zölle hinnehmen. Denn das ist das Modell, um wirtschaftlich abzusteigen.